Hilfe, mein Hund hat Gewitterangst!
Gewitterangst Hund

Hilfe, mein Hund hat Gewitterangst!

online veröffentlicht: 09.08.2016 Seite an Seite - Leben und Lernen mit Hund, Hundeschule in Wien, (c) Lara-Maria Nestyak

 

Ich weiß jetzt, wie es sich anfühlt einen Hund zu haben, der beim Aufziehen der Wolken zitternd in der Ecke hockt. Das macht mich nicht unbedingt zu einer besseren Trainerin für dieses Thema, das Gefühlschaos von KundInnen deren Hund Gewitterangst hat, kann ich jetzt aber wirklich verstehen. Tatsächliches Verständnis und Wissen auch um die emotionale Lage von KundInnen kann sehr hilfreich sein. Ehrlich gesagt, ich hätte lieber auf diese Erfahrung verzichtet.

 

Wie es überhaupt dazu kam? EIN blödes – ok richtig, richtig saudummes – Erlebnis hat gereicht. Keiner hat es böse gemeint, aber für Mathilda war es so einschneidend, dass sie daraufhin schon bei den Anzeichen eines Unwetters mit Angstverhalten reagiert hat.

 

Aktuell scheint es, als hätten wir Glück – genau ein Monat mit unzähligen Gewittern (teils drei am Tag!!) später haben wir das erste Gewitter komplett ohne Probleme überstanden. Zwei Mal hat es sogar richtig gebebt. Und Mathilda? Die hat genüsslich ein halbes Kuttelstangerl verputzt und sich dann am Bett ausgestreckt und geschlafen.

 

Für mich war – ich bin voller Hoffnung, dass es immer weiter Bergauf geht! – die Zeit ein Horror. Irgendwie so habe ich mich gefühlt:

  • machtlos – Das Wetter lässt sich einfach nicht ändern.
  • wütend – Wieso muss es in der einen Woche schon wieder gewittern?!
  • hoffnungsvoll – Mein Trainingsplan ist doch gut!
  • resigniert – Ist mein Trainingsplan gut?!
  • verzweifelt – Was kann ich noch tun, damit es ihr jetzt sofort besser geht? Kann ich überhaupt noch etwas tun?
  • enttäuscht – Von mir! Wieso fällt mir nichts ein, damit es ihr jetzt sofort besser geht?!
  • eingeschränkt – Ok, die Hunde sind jetzt drei Stunde alleine, was sagt der Wetterbericht? Kann ich fahren?

 

Und am meisten tat es weh und zwar richtig. Meine süße, kleine Maus, mein über alles geliebter Engel hat eine solche Angst und alles was ich tun kann, ist für sie da zu sein und zu hoffen, dass mein Trainingsplan gut genug ist. Während sie zittert. Und hechelt. Und diesen Blick hat, diesen Blick, der mir das Blut in den Adern gefrieren lässt. Weil aus ihren Augen die pure Angst strömt. Wieso kann ich nicht einfach die Sonne für sie scheinen lassen?!

 

Konnte ich aber nicht. Was uns dann gerettet hat?

  1. Ich habe einen recht guten Trainingsplan für so etwas. Das hat mir Sicherheit gegeben. Und auch mein Freund hatte damit Hilfe bei der Hand.
  2. Ich habe all die Dinge schon PRÄVENTIV aufgebaut gehabt! Eigentlich alles für Silvester, falls doch einmal etwas ist, weil man ja nie genau sagen kann, wer wann wo schon Tage vor dem Jahreswechsel mit Böllern um sich wirft.

 

Und jetzt? Naja, ich hoffe einmal, dass es so gut weitergeht.

 

UPDATE 10.08.2016

Das Video zeigt meine schlafende Mathilda im Wintergarten - bei zwei vollständig geöffneten Schiebetüren. Ca. 1 Stunde davor ist ein Gewitter aufgezogen, es hat geregnet und leicht gedonnert, geblitzt hat es nicht. Mathilda war währenddessen, völlig entspannt, bei geschlossener Türe im Haus. Dann hat sie angezeigt, dass sie gerne mit hinaus möchte - einmal pinkeln später war sie auch schon wieder herinnen, hat sich aber trotz der geöffneten Schiebetüren unter den Wintergartentisch gelegt und dort geschlafen. Diese Zeit ist am Video zu sehen, auch wenn es nur mehr regnet, die Gewitterluft lag noch immer in der Luft! Meine Hoffnung wächst weiter! :)

PS: Etwas später hat sie sich dann noch ein Stück Kuttelstangerl genehmigt :)

 

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