Freilauf- und Hundezonen Etikette
Hundezonen Etikette

Freilauf- und Hundezonen Etikette

online veröffentlicht: 19.05.2016 Seite an Seite - Leben und Lernen mit Hund, Hundeschule in Wien, (c) Lara-Maria Nestyak

 

Freilauf- und Hundezonen, sie sollen die Wohlfühlzonen für unsere Vierbeiner sein. Trotzdem sieht man immer wieder Mobbing unter den Hunden, Hunde, die sich aggressiv verhalten und auch streitende Zweibeiner.

Mit Rücksichtnahme und unter Einhaltung von ein paar wenigen Regeln lassen sich aber viele Konflikte vermeiden und die Zeit im Grünen kann gemeinsam mit dem Vierbeiner genossen werden.

 

 

Freilaufzonen

 

  1. Sei höflich und nimm Rücksicht

Den Wienern wirft man ja immer vor ein bisserl zu granteln – trotzdem: Gegenseitige Rücksichtnahme ist das A&O im Umgang mit unbekannten Hund-Mensch-Teams. Dazu gehört es z.B. auch deinen Hund abzurufen, wenn du darum gebeten wirst.

  1. Schau auf deinen Hund

Leine ab und Freizeit für den Halter – so sollte es nicht sein! Auch und gerade jetzt hast du Verantwortung für deinen Vierbeiner.

  1. Beachte die Bedürfnisse deines Hundes und komme ihnen nach

Vielleicht gehört dein Hund zu denen, die nicht unbedingt gleich mit allen spielen wollen – das ist OK so. Ich gehe z.B. auch nicht in ein Café und bin gleich mit jedem best friends :) Es ist total in Ordnung, wenn dein Hund lieber alleine herumschnüffelt oder sich einfach einmal die Sonne auf den Bauch scheinen lassen möchte.

Möchte dein Hund lieber wieder gehen, dann zwinge ihn nicht zu Kontakt mit anderen Hunden.

  1. Sei ehrlich zu dir selbst: Auch der eigene Hund ist nicht unbedingt immer ein Engel

Muss er auch gar nicht – aber es ist dein Job als Hundehalter darauf Acht zu geben, dass andere Hunde oder Menschen nicht unter den, für dich vielleicht total süßen, Eigenarten deines Hundes leiden. Begrüßt dein Hund z.B. alle Neuankömmlinge gerne überschwänglich, dann solltest du ihn bevor er das machen kann zu dir rufen und ein bisschen zur Ruhe kommen lassen. Gerade kleine Hunde werden häufig regelrecht überrannt (Das macht nicht nur Angst, sondern schmerzt auch körperlich!), aber auch größere Hunde finden meist eine höfliche, ruhige Begrüßung angenehmer.

  1. Packe Futter und Spielzeug nicht im Beisein unbekannter Hunden aus

Selbst wenn dein Hund damit kein Problem hat und alles gerne teilt – es können Hunde anwesend sein, für die Futter und/oder Spielzeug eine wertvolle Ressource darstellen, die sie auch zu verteidigen bereit sind.

  1. Füttere keine fremden Hunde

Auch, wenn die Augen noch so groß und herzzerreißend sind und förmlich schreien: „Seit Tagen hab‘ ich nichts zu essen bekommen, ganz, ganz ehrlich!“ – der Hund könnte eine Allergie haben oder sein Mensch daran trainieren, dass er nicht überall bettelt.

  1. Beseitige den Kot deines Hundes und lass ihn nicht gegen Bänke, Tische, Mistkübel und andere Dinge urinieren oder markieren – im Grünen gibt es genug andere Möglichkeiten :)

Spender mit Sackerl stehen in Wien an vielen Ecken und auch in Hundezonen gibt es sie – sonst eigene mitnehmen. Auch Hundehalter treten nicht gerne in die Hinterlassenschaft der Vierbeiner und selbst Ausweich-Manöver stehen nicht gerade hoch im Kurs ;)

 

 

Besonderheit Hundezone

 

In Wien bspw. gibt es eingezäunte Flächen in denen Hundehaltern ihren Hunden ein bisschen Wiese, Bäume und leinenfreie Zeit bieten können.

Im Gegensatz zu Freilaufzonen, wie wir sie bspw. in Neuwaldegg haben, sind Hundezonen keine riesen Flächen, sondern vergleichsweise klein bis winzig. Auch das kann zu Konflikten führen. Hier noch drei Tipps, die besonders in Hundezonen gelten:

  1. Ruf deinen Hund zu dir, wenn jemand die Hundezone betritt

Häufig beobachtetes Szenario: Am Eingang der Hundezone wartet schon eine Traube auf den Neuankömmling, das neue Mensch-Hund-Team kann kaum die Türe öffnen und endlich drinnen angekommen wird der Neue von allen anderen bedrängt.

Eine höflichere Variante ist es, die Hunde kurz zu sich zu rufen und nicht alle auf einmal auf den Neuen zustürmen zu lassen, sondern bspw. einzeln nach Absprache.

  1. Beobachte das Verhalten der Hunde – Möchtest du deinen Hund wirklich im Getümmel sehen und ist es eine wirklich nette Gruppe?

Hier gilt es die Körpersprache lesen zu lernen!

  1. Frage bevor du die Hundezone betrittst und/ oder gehe der Bitte nach kurz zu warten

Hundezonen werden auch von Menschen besucht, deren Hunde nicht mit allem und jedem verträglich sind – manche dieser Hunde reagieren (aus ganz unterschiedlichen Gründen) mit Aggressionsverhalten auf (bestimmte) andere Hunde oder auch Menschen, andere haben vor bestimmten Hunden oder Menschen starke Angst. Verantwortungsvolle Hundehalter haben die Augen offen und ersuchen kurz zu warten, um mit ihrem Hund die Hundezone verlassen zu können – trotzdem gilt für mich: Lieber einmal zu viel gefragt!

 

 

Aufs eigene Gefühl hören

Ihr wollt in die Freilaufzone, aber du hast heute irgendwie ein mulmiges Gefühl? Vielleicht erkennst du auch schon ein paar Hunde, aber trotzdem, irgendetwas sagt dir, dass du deinen Hund da besser nicht hinlässt? Vertraue darauf! Du kannst natürlich falsch liegen und alles ist in bester Ordnung – wenn du aber ein mulmiges Gefühl hast, stimmt meist wirklich etwas nicht. Vielleicht ist das Spiel, das du beobachtest doch schon etwas zu wild oder ein Hund liegt ruhig herum, fixiert aber die vorbeikommenden Hunde, weil er sein Bällchen verteidigt oder oder oder.

 

Extra-Tipp: Körpersprache lesen lernen

Um die eigenen und auch fremde Hunde gut lesen zu können, musst du lernen die Körpersprache der Hunde gut deuten zu können. Wer schon kleine Anzeichen erkennen kann, hat die Chance früh genug einzugreifen, um Konflikte zu verhindern.

Hier kannst du nachlesen, wie du Spiel unter Hunden erkennen kannst und warum die Vorderkörpertiefstellung nicht immer ein Zeichen von Spiel ist.

 

 

Wann du Hundezonen meiden solltest

Unter gewissen Umständen kann es sinnvoll sein mit seinem Hund Hundezonen (zumindest temporär) nicht zu besuchen. Nicht in die Hundezone sollten:

  • Hunde mit ansteckenden Krankheiten.
  • läufige Hündinnen.
  • Hunde, denen die Hundezonen Situation in irgendeiner Art und Weise Angst macht.
  • unverträgliche Hunde – Ausnahme ev. in leeren und gut übersichtlichen Hundezonen, wenn der Hund mit Maulkorb gesichert ist und die Eingänge gesehen werden.

In diesem Fall gilt wirklich Vorsicht – du kannst dich leider nicht darauf verlassen, dass andere Menschen deiner Bitte kurz zu warten, bis du mit deinem Hund draußen bist, wirklich sofort nachkommen.

 

 

 

Weiterführende Informationen:

Vet Med Uni Wien: Entspannt in der Hundezone – Praktische Tipps für ein entspanntes Miteinander in der Hundezone

 

 

 

Noch Fragen? Dann schreibe mir ein E-Mail oder auf Facebook - gerne direkt auf die Hundeschulen-Seite, damit alle von den Infos profitieren. Ich freue mich!

 

 

 

 

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