Die Flexileine - Must-have oder nicht?
Hundeleine
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Die Flexileine - Must-have oder nicht?

online veröffentlicht: 03.08.2016 Seite an Seite - Leben und Lernen mit Hund, Hundeschule in Wien, (c) Lara-Maria Nestyak

 

Ausziehleine, Rollleine bzw. das Markenprodukt, die Flexi – heißgeliebt oder Gegenstand sämtlicher Horrorgeschichten. Es bedarf wahrscheinlich kaum einer Diskussion, dass man anerkennen muss: Praktisch ist das Prinzip schon. Dem Hund kann ein gewisser Radius gegeben werden und der Mensch ist nicht damit beschäftigt die Leine ständig aufzurollen und wieder freizugeben, wenn sie nicht dreckig werden soll. Und trotzdem, unumstritten ist diese Art der Leine keineswegs.

 

Warum ich sie nicht mag….

Ein ganz persönlicher Grund: Ich finde den Kasten einfach richtig unangenehm – da man die Leine ja doch meist länger verwendet, finde ich schon, dass sie angenehm in der Hand liegen sollte.

 

Wenn der Kasten aus der Hand fällt, knallt er entweder gleich auf den Hund und selbst wenn nicht, kaum ein Hund, der nicht erschreckt, wenn das hinter ihm am Boden fällt – und dann rennen die Hunde erstmals. Meist immer und immer weiter, weil der Kasten am Boden ja nachrattert. Und ich kenne niemanden, der diese Leinen regelmäßig verwendet und dem das noch nie passiert wäre… :(

 

Mein Equipment wird regelmäßig von mir auf etwaige Risse oder andere Fehler überprüft, immerhin handelt es sich um Gebrauchsgegenstände und diese können schon einmal kaputtgehen. Da ich bspw. Leinen aber zur Sicherheit meiner Hunde bzw. der Umwelt verwende, möchte ich tunlichst vermeiden, dass da etwas reißt oder bricht. Jede andere Leine kann ich genau inspizieren: Sind die Vernähungen oder Nieten intakt? Ist das Material auch nirgends brüchig, eingerissen oder angenagt?

Das erlauben Ausziehleinen nur bedingt – in den Kasten hineinsehen kann ich nämlich nicht, um sicherzustellen, dass nicht doch irgendwo ein kleiner Riss ist.

Hier ist festzuhalten: Alle Rollleinen-Nutzer, die ich kennen gelernt habe, schwören im Endeffekt auf Flexi im Qualitätsvergleich mit No-Name Produkten.

 

Die Verletzungsgefahr ist, zumindest bei den Modellen mit den runden Schnüren als Leinenmaterial, nicht zu unterschätzen. Rund und dann noch dünn – einmal um den Fuß gewickelt und angezogen, schnürt das besonders gut ein :(

Zusatz-Tipp: Deswegen empfehle ich z.B. auch immer die flachen Biothane Leinen.

 

Vorstellbar ist auch, dass der Hund seine Muskulatur durch den Zug den er braucht, dauerhaft etwas anspannt und dadurch a) eher Verspannungen hat und b) allgemein angespannter ist und bei schon vorhandenem Problemverhalten eher ins Aggressionsverhalten kippt.

a) müsste bei einem Physiotherapeuten nachgefragt werden (das ist einfach nicht mein Fachgebiet) und b) habe ich einfach noch nicht ausprobiert, weil für mich bei reaktiven Hunden ganz andere Dinge gegen Ausziehleinen sprechen.

 

Und abschließend das Contra-Argument schlechthin: Hunde würden dadurch nicht leinenführig werden - aber stimmt das?

Auch hier muss ich wieder sagen: Ich habe es nicht ausprobiert, weil ich diese Leinenart nicht mag und meine Kunden mit noch nicht leinenführigen Hunden bisher immer erfolgreich von anderen Leinen überzeugen konnte :) Meine Vermutung: Es kann, bei sehr feinfühligen Hunden, tatsächlich so sein. Wenn ich aber daran denke, wie viele Hunde schon gelernt haben bei Schleppleinen nicht zu zerren – und diese sind aufgrund der Länge immer etwas schwerer als normale Leinen…

 

 

…und trotzdem schon empfohlen habe

Ein einziges Mal ist es bisher vorgekommen, dass ich zu, sogar ohne Nachfrage der Kunden, eine Flexileine empfohlen habe: Ein älteres Ehepaar, dass im Park mit Leinenpflicht ihrer schon etwas älteren, absolut leinenführigen und knapp 30kg Hündin mehr als nur 2m Leinenspielraum geben wollten. Das Schleppleinenhandling war aber eine kleine Challenge und wenn sie nicht schnell genug mit dem Wiederaufnehmen waren und über die Leine steigen mussten, bestand akute Stolpergefahr. Und verletzten sollen sich die Menschen nun wirklich nicht.

 

3 Tipps, wenn du eine solche Leine benutzt:

  1. Ein Modell mit Gurtband statt Schnur wählen.
  2. Die Leine so sichern, dass sie, selbst wenn sie aus der Hand rutscht, nicht am Boden fallen kann. Manche HundehalterInnen machen sie am Gürtel oder dem Leckerlibeutel fest (nur bei leichten Hunden empfehlenswert), andere hängen sich eine Standardleine um und machen die Ausziehleine daran fest.
  3. Kein Kontakt mit anderen Hunden – es kann nicht mal eben schnell mehr Leine gegeben werden und ein verheddern (mit allen möglichen Folgen) ist doch recht schnell gegeben.

 

 

 

 

 

 

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