Stubenunreinheit - Ursachen und Lösungsansätze
Unsauberkeit Hund

Stubenunreinheit - Ursachen und Lösungsansätze

online veröffentlicht: 31.05.2016 Seite an Seite - Leben und Lernen mit Hund, Hundeschule in Wien, (c) Lara-Maria Nestyak

 

Stubenunreinheit und Welpe im Kopf? Keine Frage, Welpen müssen erst lernen ihre Blase zu kontrollieren und wo es erwünscht bzw. unerwünscht ist sich zu lösen. Aber auch bei erwachsenen Hunden ist Unsauberkeit gar kein so seltenes Problem.

 

Wenn das auch bei euch Thema ist, erfährst du hier die möglichen Ursachen (Mischformen möglich) - und weshalb es gar nicht gut ist, wenn dein Hund dir den Blick des Hundes am Titelbild zuwerfen sollte!

 

 

 

Dein Hund hockt sich in deinem Beisein hin, pinkelt und sieht dich dabei vielleicht noch direkt an? Jackpot! Freu dich darüber! Das ist ein wirklich gutes Zeichen: Offensichtlich hat er keine Angst und muss es daher nicht heimlich machen. Damit hast du einen viel besseren und einfacheren Trainingsstart!

Mangelnde Stubenreinheit: Mangelndes u/o fehlerhaftes Stubenreinheitstraining

 

Häufig sind hiervon natürlich Welpenhalter betroffen – die Kleinen wissen einfach noch nicht, wo die Verrichtung des Geschäfts erwünscht ist, oder aber sie haben von Beginn an ganz bestimmte Untergründe kennengelernt und suchen tendenziell nun diese auf. Zusätzlich kommt hinzu, dass sie ihre Blase häufig noch nicht gänzlich kontrollieren können.

 

Bei erwachsenen Hunden sehen sich Halter, wenn, vor allem nach der Übernahme eines Tierschutzhundes mit Unsauberkeitsproblemen konfrontiert. An sich ist das nichts Ungewöhnliches: Diese Hunde haben vielleicht noch nie in geschlossenen Räumen gelebt oder sie haben sich dort auch in den Innenräumen gelöst – das kann auch in Tierheimen aus verschiedenen Gründen der Fall sein.

Sie müssen, wie ein Welpe, auch erst lernen, dass es erwünscht ist, wenn sie sich im Freien lösen – meine bisherige Erfahrung zeigt, dass dies sehr rasch gehen kann, teils aber auch deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als bei einem Durchschnittswelpen.

 

Trainingstipps:

  • NIE SCHIMPFEN! Dein Hund macht das nicht absichtlich!
  • ca. alle zwei Stunden kurz hinausgehen (nicht extra aufwecken)
  • nach dem Aufwachen + nach allgemein aufregenden Dingen (z.B. Essen, spielen, neue/ bekannte Menschen begrüßen) kurz hinausgehen
  • aufmerksam sein, d.h. möglichst unauffällig beobachten um, ev. auch sehr kleine, Signale zu sehen
  • nach Möglichkeit Missgeschicke vermeiden, um die Verknüpfung im Gehirn „das hier ist ein Ort, an dem man sich lösen kann“, möglichst selten zustande kommen zu lassen
  • die Stelle gleich säubern – sonst riecht es nach Hundeklo ;)

 

 

Unsicherheit und erhöhte Erregung

Manche Hunde machen bei der Begrüßung oder auch allgemein bei Zuwendung durch den Menschen unter sich – hier ist das Ausdrucksverhalten zu beachten: Manche Hunde haben wirklich Angst!

 

Erregungsbedingte Stubenunreinheit beobachte ich häufig gepaart mit Unsicherheit und am allermeisten bei noch jungen Hunden.

 

Trainingstipps:

  • NICHT SCHIMPFEN ODER IN IRGENDEINER ANDEREN ART BEDROHEN!
  • Was als Bedrohung empfunden wird, ist stark vom Hund abhängig – eine lautere Stimme, über den Hund beugen, bestimmte Handbewegungen usw.
  • Management: Unbedingt begrüßen bzw. die Begrüßung zulassen, aber möglichst unspektakulär gestalten, bspw. zum Hund am Boden setzen und ihn „Hallo“ sagen lassen.
  • Den gesamten Umgang und das Training mit dem Hund gewaltfrei gestalten + ein besonderes Augenmerk auf Auslöser von Unsicherheit und Angst achten - diese meiden und gezielt bearbeiten.

 

 

Markierverhalten

Ja, auch das gibt es :) Mein Rüde (intakt) war wahrscheinlich von dieser Sorte, ev. gepaart mit einer hohen Erregungslage – ich kann natürlich nur mehr raten, was die Ursache war: Anhand der Beschreibungen der Vorhalterin und nach vier Jahren zusammen leben mit ihm, tendiere ich aber zu dieser Erklärung. Das Problem haben wir übrigens nicht mehr.

 

Unsauberkeit aufgrund von Markierverhalten ist mir bisher nur bei Rüden begegnet, ich sehe aber keinen Grund, weshalb es nicht auch bei Hündinnen vorkommen sollte. Diese Hunde leben übrigens nicht immer mit anderen Hunden zusammen, teils ist es genug Auslöser, wenn andere Hunde über das offene Fenster gesehen, gerochen oder gehört werden. Auch hier gilt es das Ausdrucksverhalten zu beachten.

 

Anmerkung am Rande: Dieses Phänomen konnte ich nicht bei den super selbstbewussten Rüden beobachten, sondern häufiger bei im Sozialverhalten unsicheren.

 

Trainingstipps:

  • Verhalten im Ansatz (sanft) unterbrechen und eine andere (erwünschte) Möglichkeit aufzeigen.

 

 

Medizinische Ursachen

Aufmerksamkeit ist geboten, wenn dein Hund plötzlich stubenunrein ist – hier ist in jedem Fall ein Besuch des Tierarztes anzuraten.

Auch bei Training, das trotz eines gut durchdachten Trainingsplans, nicht anschlägt, sollte unbedingt ein Tierarzt besucht werden – oder, wenn du einfach ein Bauchgefühl hast, dass dir dazu rät.

 

 

Ungeeignete Haltungsbedingungen

Auch das kann ein Grund für mangelnde Stubenreinheit sein – 2x täglich kurz hinunter reicht einfach nicht. Erste Maßnahme: Häufigere Möglichkeiten sich zu lösen!

 

 

Noch Fragen? Dann schreibe mir ein E-Mail oder auf Facebook - gerne direkt auf die Hundeschulen-Seite, damit alle von den Infos profitieren. Ich freue mich!

 

 

 

 

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