Verbotenes Equipment
Hund Angst

Verbotenes Equipment - Was darf nicht an den Hund?

online veröffentlicht: 06.04.2016 Seite an Seite - Leben und Lernen mit Hund, Hundeschule in Wien, (c) Lara-Maria Nestyak

 

Das österreichische Bundes-Tierschutzgesetz hat den "Schutz des Lebens und des Wohlbefindens der Tiere" zum Ziel. Unter anderem ist auch geregelt, welches Equipment für Hunde nicht verwendet werden darf.

 

Ausdrücklich verboten sind demnach

  • Stachel- und Korallenhalsbänder1, Halsbänder mit Stacheln an der Innenseite

Der Hund am Titelbild trägt ein in Österreich verbotenes Stachelhalsband, erkennbar an den Gliedern.

  • elektrisierende Dressurgeräte1, z.B. Stromhalsbänder
  • chemische Dressurgeräte1, z.B. Sprühhalsbänder, die auf Knopfdruck oder durch Bellen ausgelöst werden und den Hund erschrecken sollen

Diese Dinge darf man in Österreich nicht kaufen, verkaufen oder besitzen.2

(Eine Ausnahme besteht nur für die Polizei und das Bundesheer in Bezug auf den Erwerb und den Besitz.)2

 

Des Weiteren sind Hilfsmittel verboten, die durch "Strafreize das Verhalten des Hundes beeinflussen".3 Was darunter zu verstehen ist, muss mangels Beispielen oder einer genauen Ausführung gedeutet werden. Nach Ansicht der Veterinärmedizinischen Universität Wien4 umfasst dies folgendes:

  • dünne Bänder, die knapp hinter dem Ohr geführt werden (schmerzen der Ohrspeicheldrüse bei Druck)
  • Wurfketten
  • eingliedrige Kettenhalsbänder auf Zug
  • Fisher Discs (Metallscheiben an einem Ring)
  • Wasserspritzen

 

Ein Verstoß gegen dieses Gesetz, das bedeutet die Verwendung verbotener Hilfsmittel in der Hundeerziehung, kann zur Anzeige gebracht werden!

 

 

Weiterführende Informationen

Die genannten verbotenen Hilfsmittel dienen zur Setzung von Strafreizen - kurz und knapp: Es soll dem Hund weh tun. Solche Trainingsmethoden lehne ich aus ethischer Sicht strikt ab, auch ist wissenschaftlich untersucht, dass konfrontative Trainingsmethoden zu einer erhöhten Aggressionsbereitschaft führen können. Kurz gesagt: Der Hund kann gefährlicher werden.5 Ein Umstand, den wir in Hinsicht auf unsere persönliche Sicherheit, die unserer Familie und der Gesellschaft tunlichst vermeiden sollten.

 

Mein Tipp: Ein gut sitzendes Brustgeschirr und bei Problemen ein gewaltfrei arbeitender Hundeprofi.

 

 

 

1 TSchG § 5 Abs 3a

2 TSchG § 5 Abs 4

3 TSchG § 5 Abs 3b

4 Handbuch zur Qualitätskontrolle für Tierschutzqualifizierte Hundetrainerinnen bzw. Tierschutzqualifizierte Hundetrainer . Online abrufbar (05.04.2016): https://www.vetmeduni.ac.at/fileadmin/v/hundetrainer/Handbuch_zur_Qualit%C3%A4tskontrolle.pdf

5 Herron, M.E. et al (2009): Survey of the Use and Outcome of Confrontational Training Methods in Client-Owned Dogs Showing Undesired Behaviors. Applied Animal Behavior Science, 117(2009), 47-54

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