Mein Welpe zieht ein!

Mein Welpe zieht ein! Die 5 wichtigsten Tipps für ein harmonisches Leben von Anfang an

online veröffentlicht: 06.03.2017 Seite an Seite - Leben und Lernen mit Hund, Hundeschule in Wien, (c) Lara-Maria Nestyak

 

Die Familie durch einen kleinen Welpen zu erweitern ist nicht nur ein Traum vieler Kinder - auch Erwachsene erliegen meist schnell dem Charme der Kulleraugen und tapsigen Schritte. Einen Hund aufzunehmen, gerade wenn er noch ein Welpe ist, ist aber auch eine große Verantwortung. Wenn dein Ziel ein glücklicher, gut erzogener Hund mit großem Vertrauen in sich selbst und dich ist, dann findest du hier 5 Tipps für einen gelungenen Start ins Leben mit Hund :)

 

1. Auswahl des Hundes

Welpen sind so süß, dass man gerne einmal vergisst, dass die Knirpse auch einmal erwachsen werden - genau das solltest du aber nicht! Informiere dich genau über die Rasse(mischung), die Zuchtlinie und den Züchter (Tierschutzverein). Wie wächst der kleine Hund auf? Welche Erfahrungen hat er bisher gemacht? Falls die Eltern bekannt sind, wie verhalten sich diese? Viele Rassen wurden über Jahrhunderte selektiert und sind Spezialisten auf ihrem Gebiet, ab der Jugendentwicklung oftmals zum Leidwesen ihrer Menschen. Das muss aber nicht sein, wenn wir Menschen einen Hund aussuchen, der höchstwahrscheinlich gut zu uns und unseren Lebensumständen passt. Es ist einfach nicht fair (und macht weder Hund noch Mensch glücklich) bspw. von einem spezialisierten Jäger zu erwarten, dass er nicht jagt (wer erwartet das von einer Katze?) oder von einem Hund mit Wacheigenschaften, dass er den Besuch mal eben so bei der Türe hereinlässt.

Aber: Selbst wenn du durch die Auswahl und Förderung von Beginn an vieles in wünschenswerte Bahnen lenken kannst, eine 100%-ige Sicherheit wie sich dein Welpe entwickeln wird gibt es nicht! Ist es dir sehr wichtig, dass dein Hund bestimmte Eigenschaften (nicht) hat, dann ist ein erwachsener Hund eine Überlegung wert. Wende dich dafür am Besten an einen professionellen Tierschutverein in deiner Nähe, als Gassigeher kannst du deinen vielleicht-zukünftigen Hund besser kennenlernen und sehen, ob ihr gut zusammenpasst.

 

2. Körpersprache lesen lernen

Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Das A&O ist es die Körpersprache von Hunden wirklich gut lesen zu lernen! Es hilft dir sofort zu erkennen, wie sich dein Welpe gerade fühlt. Wenn es ihm zu viel wird, siehst du das und kannst intervenieren, so dass die Situation nicht eskaliert. Du lernst dadurch andere Hunde auch schon auf Distanz besser einzuschätzen, um zu sehen, ob du wirklich möchtest, dass dein Welpe Kontakt zu ihnen hat oder ob ihr besser umdreht und diesen Kontakt vermeidet.

 

Hol dir am besten lange bevor dein Welpe einzieht die DVD Das kleingedruckte in der Körpersprache des Hundes von Dr. Blaschke-Berthold. Bis diese angekommen ist, kannst du dir mit meinen zwei Artikeln zum Thema die Zeit vertreiben :) So erkennst du Spiel bei Hunden und Vorderkörpertiefstellung - Eindeutiges Spielsignal?

 

3. Was ein Welpe lernen sollte

Sitz, Platz, Fuß ist jedenfalls zu wenig - modernes Welpentraining hat zum Ziel, die Welpen bestmöglich auf ihr Leben vorzubereiten. Sozialisierung ist hier das Stichwort - wichtig: dein Welpe darf nicht einfach mit verschiedenen Dingen überfrachtet werden, er muss sie als neutral oder positiv bewerten können! Außerdem empfehlen sich folgende Übungen mit Welpen besonders:

  • Beißhemmung
  • Rückzugsort und Geborgenheitsreize
  • Berührungen gerne (!) zuzulassen
  • der Mensch als sicherer Hafen
  • höfliches Verhalten mit Artgenossen
  • beim (angemessen lange) alleine bleiben wohlfühlen
  • Tierarzt und Tierarztpraxis in Ruhe kennenlernen
  • Start Leinenführigkeit
  • Start Freilauf und Rückruf
  • höfliche Begrüßung von Menschen
  • Stubenreinheitstraining
  • Maulkorbtraining

 

Bei all den Übungen vergiss nicht auf das hohe Schlaf- und Ruhebedürfnis von Welpen von gut 20 Stunden pro Tag!

 

4. Warum ein Welpe über moderne Trainingsmethoden erzogen werden sollte

Dafür gibt es so viele Gründe, hier die für mich 3 wichtigsten:

  1. Durch belohnungsbasiertes Training lernt dein Welpe, was er tun soll und nicht, was er nicht tun soll. Das geht nicht nur viel rascher, sondern ist für euch beide mit viel weniger Frust verbunden!
  2. Es ist wissenschaftlich untersucht, dass aversive Trainingsmethoden eher zu Problem- inkl. Aggressionsverhalten führen (vgl. Herron et al, 2009). D.h. durch belohnungsbasiertes Training trägst du zur Sicherheit in der Familie und deiner Umwelt bei.
  3. Und natürlich führt es zu einer ganz anderen Vertrauensbeziehung, wenn dein Welpe dich immer als seinen sicheren Hafen kennt.

 

5. Buchtipps

Der Markt ist scheinbar übervoll mit Welpenbüchern, meine zwei absoluten Favoriten zum Thema Welpen sind Fit for Life - Was Welpen wirklich lernen müssen von Helen Zulch und Daniel Mills und Welpen - Anschaffung, Erziehung und Pflege von Clarissa von Reinhard

 

 

 

Übrigens: Das ist ein Artikel für die Blogparade der Aktion Tausche TV-Trainer-Ticket gegen Training anlässlich der bevorstehenden Once upon a dog-Tour von Cesar Millan in Österreich. Hier findest du alle Artikel der Blogparade:

 

 

 

 

 

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